Nicht alle Waldreben brauchen den gleichen Schnitt

Die Gruppe der Waldreben umfasst ungefähr 300 verschiedene Arten und dazu noch viele, viele Sorten, die sich vor allem in Ihrem Wuchs und ihren Blütezeiten unterscheiden lassen.
Bei so einer großen Vielfältigkeit wundert es einen nicht, dass man diese Pflanzengattung nicht einheitlich pflegt und behandelt. Gerade der Schnittzeitpunkt muss sich auch nach dem Blütezeitpunkt richten, sonst kann eher Schaden verursacht werden anstatt die Gesundheit und die Blühfreudigkeit der Pflanze zu fördern.


Clematis Clematis Clematis Clematis Clematis

Aus diesem Grund werden alle Clematis-Arten grob in drei Gruppen aufgeteilt, wenn es um den Schnitt geht:

  1. Früh blühende Wildarten:
    Zu dieser Gruppe gehören fast alle Berg- (Clematis montana) und Alpenwaldreben (Clematis alpina) und ihre Sorten. Diese haben ihre Hauptblüte im Mai / Juni seltener gefolgt von einer schwachen Nachblüte im Herbst. Die Blüten entstehen am vorjährigen Holz. Schnittmaßnahmen im Frühjahr wären für die Blütenfülle also fatal.
    Diese Gruppe der Waldreben braucht gar keinen Schnitt notwendigerweise. Man kann sie nach Bedarf auslichten. Der richtige Zeitpunkt hierfür wäre nach der Hauptblüte im Juli.



  2. Früh blühende, großblumige Sorten mit Nachblüte im Herbst:
    Die Sorten dieser Gruppierung beginnen mit der Blüte ebenfalls im Mai / Juni am vorjährigen Holz, setzen dann aber die Blütezeit fort oder blühen reichlich im Herbst nach an neuen Blütentrieben. Man nennt sie auch Frühsommerblüher, denn sie erfreuen uns im Garten nicht selten mit einer beeindruckenden Dauerblüte über den ganzen Sommer. Um diese nicht zu stören, schneidet man die Haupttriebe im Frühjahr um ca. 10-20 cm zurück auf ein kräftiges Blattachselknospenpaar.
    Nach der ersten Blüte sollten unbedingt alle alten Fruchtstände entfernt werden, um die Nachblüte zu fördern. Alle fünf Jahre ist ein radikaler Rückschnitt empfehlenswert, damit die Pflanze nicht verkahlt und weiterhin kräftig wächst und gedeiht.



  3. Spät blühende Arten und Sorten:
    Zu dieser Gruppe gehören alle Clematissorten, die erst im späten Sommer und Herbst ihre Blüten ausbilden und zwar ausschließlich am diesjährigen Holz. Aus diesem Grund kann man diese Waldreben wunderbar im zeitigen Frühling zurückschneiden. Dabei geht man relativ radikal vor und schneidet die Triebe des Vorjahres auf kräftige Knospen zurück ca. 30 cm über dem Boden. Dieser starke Eingriff fördert die Ausbildung neuer Blütentriebe und damit den Blütenreichtum.