Kapuzinerkresse (Tropaeolum in Arten und Sorten)

Tropaeolum in Arten und Sorten

(Kapuzinerkresse)
Familie: Tropaeolaceae (Kapuzinerkressengewächse)


Herkunft:

  • Die Kapuzinerkresse kam ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Ihr Standort war dort vor allem im Gebirge von Mexiko bis Mittelchile und Argentinien.
    Auch heute findet man dort in den Urwäldern noch riesige Bestände, da die frostempfindliche Pflanze dort mehrjährig wachsen kann.

Wuchs:

  • Kletterform: Blattstielranker (benötigen unbedingt eine Kletterhilfe)
  • Wuchshöhe: 3-4 m
  • Wuchsbreite: 1-2 m
  • Wüchsigkeit: schnellwüchsig
  • Triebdurchmesser: 0,5-1 cm
  • Überhang: 20 bis 50 cm
  • nicht alle Sorten klettern.

Blätter:

  • Belaubung: da die Aussaat im Freiland ab Mitte Mai möglich ist, erscheinen im Mai die ersten Blätter und bleiben bis zum ersten Frost
  • Blattform: schildförmig, runde Blattspreite,
  • Blattgröße: im Durchmesser zwischen 3 und 18 cm groß
  • Farbe: grün
  • Herbstfärbung:keine
  • berührungsempfindliche, windende Blattstiele

Blüte:

  • Blütezeit: Juni bis September beziehungsweise bei gutem Standort bis zum ersten Frost.
  • Farbe:je nach Sorte gelb, orange, rot und auch mehrfarbig.
  • Form:zygomorph, zwittrig, gespornt aus fünf Kelchblättern.
  • Größe: 2-3 cm (bis 8 cm bei Tropaeolum majus)

Früchte:

  • Art: Kapseln
  • Größe: 3 bis 5 mm
  • Form: rund bis eiförmig
  • Farbe: grün, hellblau bei Tropaeolum speciosum

Wurzeln:

Standortansprüche:

  • Boden: Humusreiche, leichte, lockere, nicht zu nahrhafte Erde. Auf zu schweren Böden entwickelt die Pflanze nur wenige Blüten
  • Licht:Sonne oder lichter Halbschatten, bei ungenügendem Sonnenlicht bildet sie vor allem Blätter.
  • Frosthärte: Zone

Lebenserwartung:

  • eine Vegetationsperiode bis zum ersten Frost

Pflege:

  • da es sich in unseren Breitengraden um eine einjährige Pflanze handelt, muss diese jedes Jahr neu ausgesät werden.
  • Vorkultur in Töpfen ab März möglich bei ca. +15-18°C. Bis zu vier Samen können in einen Topf gesetzt werden. Keimdauer unter guten Bedingungen ca. 10 bis 20 Tage.
  • Aussaat direkt ins Freiland ist ab Mitte Mai bis Mitte Juli möglich.
    Die Samen vor dem Setzen ca. fünf Stunden vorquellen lassen in warmen Wasser oder besser noch in Baldrianblüten-Extrakt. Dann breitwürfig oder in Reihen 2 cm tief säen mit einem Abstand von 10 x 20/30 cm. Während der Keimungsphase muß die Erde gut feucht gehalten werden.
  • Die Kapuzinerkresse mag nicht umgepflanzt werden. Besser direkt den richtigen Standort auswählen.
  • Damit sie die ganze Saison über üppig blüht, sollte man die verblühten Blüten gleich entfernen und die Pflanzen gelegentlich mit Kompost versorgen.
  • Im September dann ruihg ein paar Blüten auch nach dem Verblühen an der Pflanze belassen, damit man wieder ausreichend Samenkapseln für die nächste Saison ernten kann.

Krankheiten und Schädlinge:

  • erstaunlicherweise ist die Kapuzinerkresse eine Pflanze, die abwehrend auf Ameisen, Blattläuse, Mäuse, Raupen, Schnecken und Wühlmäuse wirkt. Dieses geschieht zum Teil jedoch dadurch, dass die Pflanze die entsprechenden Schädlinge anzieht. Beispielsweise zieht sie Kohlweißlinge an und hält sie damit vom Kohl fern. In die unmittelbare Nähe von Rosen gepflanzt, hält sie Blattläuse fern.
  • Befall mit Blattläusen ist häufiger zu beobachten.
  • Befall mit Kohlweißlingen

Bekannte Arten und Sorten:

  • Tropaeolum majus (Kapuzinerkresse)
    • 'Kaiserin Viktoria': Hat wunderschöne tiefrote Blüten, die im starken Kontrast stehen zum dunkelgrünen Laub.
    • 'Cobra': Die kräftigen dunkelgrünen Blätter werden von auffälligen, doppeltgefüllten blutroten Blüten überragt.



  • Tropaeolum peregrinum (Kanarische Kapuzinerkresse)
    • diese Art blüht ausschliesslich zart gelb und fällt auf durch ihre gefransten oberen Kronenblätter, die den Blüten ein filigranes, exotisches Aussehen verleihen.
    • ist sehr starkwüchsig und kann daher sehr gut als Sichtschutz verwendet werden.



  • Tropaeolum speciosum (Chilenische Kapuzinerkresse)
    • blüht kräftig rot und bildet auffallend blaue Samenkapseln, die aus der roten Blüte heraushängen. Sehr exotisch dekorativ.
    • frostfreies Überwintern ist möglich, im milderen Klima Großbritanniens ist eine gewisse winterhärte möglich
    • gefiederte Blätter
    • sehr aggressives, schnelles Wachstum.Diese Pflanze überwuchert alles. Deswegen pflegeintensiv.



  • Tropaeolum tuberosum (Knollige Kapuzinerkresse)
    • dieses ist die einzige Nutzpflanze unter den Kapuzinerkressen. An kurzen Ausläufern an der Basis der Triebe bildet sie gelb/purpurne, fleischige Knollen von ca. 13 cm Länge, die in Bolivien, Kolumbien, Nordargentinien und Chile wie Kartoffeln verwendet werden.
    • frostfreies Überwintern der Knollen ist möglich
    • blüht orangegelb bis orangerot





Besonderheiten:

  • alle Teile der Pflanze sind essbar. Blätter und Blüten haben einen scharfen und kresseartigen Geschmack. Man verwendet sie als Beigabe zu Salaten, Kräuterquark oder auch Eierspeisen. Als Kapernersatz können Knospen und Samen kapseln verwendet werden. Hierfür legt man die Knospen in Essigwasser ein und die Samen in Salzlake.


  • Kapuzinerkresse ist eine alte Heilpflanze. Blüten und Blätter frisch verwendet wirken antibiotisch, desinfizierend, abwehrstärkend und appetitanregend. Man verwendet sie bei Blasen- und Nierenentzündungen, zur Bekämpfung von Candida und Darmpilzen, aber auch als Wundauflage bei entzündeten Wunden.


  • in Gemüse- und Blumenbeeten oder auf Baumscheiben gepflanzt, hält die Kapuzinerkresse Ameisen, Blattläuse, Mäuse, Raupen, Schnecken und Wühlmäuse fern.